Zwei Stationen vor der Selbstständigkeit, und beide erklären, warum das Institut heute anbietet, was es anbietet.
Personalberater bei Kienbaum Executive Consultants. Dort sitzt man auf der Seite derer, die einstellen. Man sieht Bewerbungen nicht als Leistung eines Menschen, sondern als Entscheidungsgrundlage – und man sieht, woran sie scheitern, lange bevor jemand einen Betrieb von innen kennt. Was heute unter Personalmarketing steht, kommt aus dieser Zeit.
Fundraising an der Universität Witten/Herdecke, Deutschlands erster privater Universität. Fundraising für eine Hochschule heißt: einem Menschen oder einem Unternehmen erklären, warum es sich lohnt, Bildung zu bezahlen, von der man selbst nichts hat. Wer das gelernt hat, sucht später auch für eine Schule einen Förderer – das ist heute die Seite Projektfinanzierung, und es ist der Grund, warum an Vorhaben, die am Haushalt scheitern würden, nicht Schluss ist.
Dazwischen liegt die Einsicht, die bis heute die Arbeit bestimmt: Die Entscheidung fällt viel früher, als alle Beteiligten glauben – und sie fällt bei jemandem, der in diesem Moment kaum jemanden hat, der mit ihm rechnet, statt auf ihn einzureden.
Warum nur noch freiwillig
Das Institut nimmt ausschließlich Projekte in der gymnasialen Oberstufe an, bei denen die Teilnahme freiwillig ist. Maßnahmen in der Sekundarstufe I, etwa im Rahmen der Landesprogramme, lehnt es ab – auch dann, wenn sie finanziert wären.
Der Grund ist nicht pädagogische Prinzipienreiterei, sondern Beobachtung: Siebzehnjährige unterscheiden sehr genau zwischen dem, was sie tun müssen, und dem, wofür sie sich entschieden haben. Ein Pflichttermin wird abgesessen. Ein freiwilliger wird benutzt.
Ausführlicher steht das unter Warum Freiwilligkeit der Unterschied ist.
Wie er arbeitet
Erst messen, dann reden. Vor jeder Empfehlung steht eine Bestandsaufnahme – Noten, Interessen, Stärken, bisherige Erfahrungen. Ohne sie ist Beratung Raten mit Aufwand. Das Verfahren dahinter heißt FIBIDO™ und gibt es seit dem ersten Jahr des Instituts.
Widersprechen, wenn ein Plan nicht trägt. Das ist der unangenehme Teil des Berufs, und er ist der Grund, warum ein Gespräch mehr leistet als ein Chatverlauf. Ein Sprachmodell ist darauf gebaut, hilfreich zu antworten; es sagt niemandem, dass der Wunsch zu den Voraussetzungen nicht passt. Mehr dazu unter Was ChatGPT bei der Studienwahl leistet.
Eltern gehören dazu, entschieden wird trotzdem vom jungen Menschen. Für rund sieben von zehn Jugendlichen sind die Eltern die wichtigsten Ratgeber in dieser Frage – und genau dort verläuft oft auch der Konflikt. Ein Gespräch, in dem beide Seiten gehört werden und am Ende eine Entscheidung steht, lässt sich nicht auslagern.
Aufhören, wenn es getan ist. Die Begleitung endet mit dem Ausbildungs- oder Studienbeginn. Sie ist ausdrücklich nicht lebenslänglich.
Wo er unterwegs ist
Das Institut sitzt in Schwerte, gearbeitet wird in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen – drei Länder mit drei verschiedenen Landeskonzepten, drei Zählweisen der Oberstufe und drei Fristenlagen. Wer dazwischen wechselt, merkt schnell, dass „Berufsorientierung" überall etwas anderes heißt.
Dazu kommen Vorträge und Podien. Der nächste: „Die nächste Generation im Arbeitsmarkt" bei der Bundestagung des Bundes Katholischer Unternehmer, 1. bis 3. Oktober 2026 im Lambertushaus Düsseldorf, gemeinsam mit Cosima Kissel und Ferdinand Herfeldt.
In den Medien
Im Deutschlandfunk war Lutz Thimm in der Sendung „Campus & Karriere" am 10. Dezember 2022 zu Gast.
Ein Satz pro Jahr
Seit 2014 sucht sich das Institut jedes Jahr ein Motto – einen Satz, der jungen Menschen etwas mitgeben soll. Er steht im Haus, er steht in Vorträgen, und manchmal ist er das Einzige, woran sich jemand nach einem Jahr noch erinnert. Alle zwölf stehen im Leitbild.