Fast jede Hochschule unterhält inzwischen einen Career Service. Die Angebote ähneln sich: Bewerbungsmappen-Check, eine Messe im Jahr, ein Verteiler mit Praktikumsangeboten. Was sich unterscheidet, ist die Nutzung – und die ist selten dort am höchsten, wo das Budget am größten ist.
Warum Angebote leerlaufen
Drei Gründe sehen wir immer wieder.
Das Angebot kommt zu spät. Ein Bewerbungstraining im letzten Semester hilft dem, der seinen Weg schon kennt. Wer ihn nicht kennt, hätte es zwei Jahre früher gebraucht.
Es ist für alle gedacht und deshalb für niemanden gemacht. Eine angehende Ingenieurin und ein angehender Kaufmann bewerben sich auf verschiedene Weise, in verschiedenen Verfahren, zu verschiedenen Zeiten. Ein Format für beide trifft keinen von beiden.
Es steht neben dem Studium statt darin. Was freiwillig, abends und ohne Bezug zum Curriculum stattfindet, besuchen die, die es am wenigsten brauchen.
Was ein Career Service abdecken sollte
- Bewerbungsverfahren – und zwar die, die in der jeweiligen Branche tatsächlich üblich sind, samt Auswahlinstrumenten
- Persönlichkeitsentwicklung – das, was Arbeitgeber Schlüsselqualifikationen nennen und wonach sie im Auswahlverfahren suchen
- Praktika – Vermittlung, Vorbereitung und vor allem Auswertung; ein Praktikum ohne Nachgespräch ist eine verpasste Gelegenheit
- Praxisbezogene Abschlussarbeiten – der eleganteste Übergang ins Berufsleben, weil beide Seiten sich vorher kennenlernen
- Karrieremessen – wirksam, wenn die Studierenden vorbereitet hingehen, sonst ein Nachmittag mit Kugelschreibern
Wo wir ansetzen
Am Anfang steht keine Konzeption, sondern eine Erhebung: Was brauchen Ihre Studierenden, und was davon fehlt ihnen? Die Antwort fällt zwischen einer Fachhochschule mit hohem Praxisanteil und einer geisteswissenschaftlichen Fakultät sehr unterschiedlich aus.
Danach bauen wir das Angebot so, dass es in den Studienverlauf passt statt daneben. Und wir sagen Ihnen, welche Bausteine Sie sich sparen können – das ist meist der Teil, der am meisten Geld spart.
Der Career Service setzt an, wenn die Studierenden schon da sind. Wie Sie vorher vorkommen, bei denen, die sich erst noch bewerben, steht unter Orientierung an Partnerschulen. Und wenn der Haushalt ein Vorhaben nicht hergibt, hilft oft Projektfinanzierung weiter.