MEINS ist ein Workshop, der auf die individuellen Bedürfnisse der Teilnehmenden eingeht. Es ist keine Potenzialanalyse; eignungsdiagnostische Elemente kommen nicht vor. Und MEINS beendet den Orientierungsprozess nicht – es begleitet ihn und leitet am Ende an die Berufsberatung der Agentur für Arbeit weiter.
Worum es geht
Um das Verstehen der eigenen Lage:
- Mein Weg zum Abitur
- Meine schulischen, privaten, sportlichen und ehrenamtlichen Ziele
- Meine Möglichkeiten
- Meine Herausforderungen
- Meine Stärken
- Meine Schwächen
- Meine Hürden
Der Workshop richtet sich an die gymnasiale Oberstufe – vom Eintritt in die Oberstufe bis ins Abschlussjahr.
Was am Ende steht
Das Ziel ist, dass die Teilnehmenden
- auf ihrem Zeitstrahl erkennen, wann was passiert und passieren muss,
- ihre eigenen schulischen Ziele klar formulieren können,
- ihre realistischen Wege über das Abitur hinaus planen können,
- daraus ihre Motivation ableiten und sich Ziele setzen,
- ihre Lernstrategien entwickeln und ihre Selbstorganisation aufbauen,
- und so einschätzen können, welche Möglichkeiten nach dem Abitur zu ihnen passen.
Oder anders gesagt: Wenn Mama und Papa, Oma und Opa fragen „Was willst du mal machen?“, dann sprudelt es nur so an Fakten heraus.
Denn über 22.000 Studiengänge, über 1.800 duale Studiengänge und rund 330 anerkannte Ausbildungsberufe stellen die Schülerinnen und Schüler – und auch die Eltern – vor Probleme in der beruflichen oder akademischen Orientierung. Das große Angebot an Möglichkeiten für ein Übergangsjahr erklären wir ebenso.
Wie wir dabei vorgehen
Durch die Teilnahme erhalten die Jugendlichen ein strukturiertes Beratungsangebot für die Wahl des Studiums oder einer Ausbildung, Hinweise zur weiteren Informationsbeschaffung und Details zu ihrem Berufswunsch. Konkret heißt das:
- Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer erstellt zu Beginn einen individuellen Zeitstrahl, der dann gemeinsam durchgegangen wird.
- Mit jedem wird der momentane Notenschnitt errechnet; darauf aufbauend werden Maßnahmen besprochen und Ziele definiert.
- Mit jedem werden FSJ, Ausbildung, duales Studium und Studium exemplarisch durchgesprochen, damit die möglichen Modelle wirklich klar und verstanden sind.
Die Postkorbübung als Herzstück
Herzstück des Workshops ist eine Postkorbübung, die jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer durchläuft. Eine Postkorbübung ist eine realitätsnahe Simulationsaufgabe: Eine Vielzahl von Dokumenten – ein „Posteingang“ – muss in begrenzter Zeit bearbeitet werden. Ihr Zweck in der Oberstufe ist es, fachliche, methodische und persönliche Kompetenzen zu fördern, die mit einer bewussten Studien- und Berufswahl unmittelbar zusammenhängen.
Entscheidungs- und Problemlösekompetenz. Die Lernenden müssen Informationen sichten, priorisieren und angemessene Entscheidungen treffen. Dabei geht es nicht um „richtig oder falsch“, sondern um das begründete Abwägen verschiedener Optionen.
Zeitmanagement. Da die Aufgaben unter Zeitdruck bearbeitet werden, lernen die Teilnehmenden, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden und ihre Arbeitszeit einzuteilen.
Organisationsfähigkeit. Die Vielzahl an Mails, Briefen, Notizen und Anfragen erfordert strukturiertes Vorgehen. Geübt wird, Ordnung in komplexe Informationsmengen zu bringen.
Kommunikation. Oft müssen Antworten formuliert, Gespräche vorbereitet oder Entscheidungen schriftlich begründet werden. Das trainiert Ausdrucksfähigkeit und adressatengerechtes Schreiben.
Vorbereitung auf Studium und Beruf. Postkorbübungen sind ein klassisches Element von Assessment-Centern, vor allem in kaufmännischen Berufen, in der öffentlichen Verwaltung und bei den Einsatzdiensten. Wer sie einmal gemacht hat, begegnet ihr im Auswahlverfahren nicht zum ersten Mal.
Selbstständigkeit und Verantwortung. In der Simulation übernehmen die Teilnehmenden eine Rolle – etwa Teamleitung oder Projektverantwortung – und damit auch die Verantwortung für ihre Entscheidungen.
Die Übung dauert 70 Minuten. Die Auswertung beschreibt, wie jemand unter Zeitdruck vorgeht, und leitet daraus Empfehlungen für die eigene Arbeitsweise ab – in der Schule wie in der Orientierung. Sie ordnet niemanden einem Typ zu; dafür ist die Übung nicht gebaut.
Alle Teilnehmenden verlassen den Workshop mit konkreten Handlungsempfehlungen für ihre Studien- oder Berufswahl und einer Vereinbarung nächster Schritte – etwa die inhaltliche Vertiefung einer Studienrichtung oder gemeinsam erarbeitete Vorschläge zur Verbesserung einer Note.
Danach hört es nicht auf
Zwei Folgeworkshops vertiefen die Vereinbarungen. Sie finden online statt, damit sie keinen weiteren Schultag kosten.
Arbeitsblätter begleiten jeden Baustein, digital oder auf Papier – wie es Ihrer Schule lieber ist.
Am Ende steht die Weiterleitung an die Berufsberatung der Agentur für Arbeit. MEINS beendet den Orientierungsprozess nicht, es bringt ihn in Gang.
Was es mit der Postkorbübung auf sich hat und warum sie in einer Oberstufe wenig zu suchen scheint und trotzdem hingehört, steht unter Die Postkorbübung.
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